Bell Canto Poster
x x  
 

MAKING OF / PRODUKTIONSTAGEBUCH


Die Dreharbeiten:

„Desto mehr am Anfang schief geht, desto besser gelingt es am Schluss.“ Das ist eines der vielen Sprichwörter am Set und recht zutreffend auf die Bell Canto Dreharbeiten.

Der erste Tage musste gleich mal verschoben werden, weil die Kostüme noch nicht da waren und die erste Woche stellte sich als noch etwas chaotisch heraus – wie das eben immer so ist.

Das Team lernt sich kennen. In der unerträglichen Juli Hitze des Jahres 2008 fuhren wir für diverse Außenaufnahmen in den ersten Drehtagen, in der City herum, nichts Außergewöhnliches.

Dreh am Schlossberg:

Am vierten Tage unserer Odyssee, sollte es bereits auf den Grazer Schlossberg gehen. Das schwierigste waren dabei die Vorbereitungen für den intensiven 14tägigen Dreh, der unter anderem wichtige Schlüsselszenen für den Film beinhaltete.

Problem Nummer Eins: Wie bekommen wir den ganzen Haufen Equipment auf den Schlossberg? Mit dem Auto natürlich. Also… zunächst Auto beim Verleih besorgen, Auffahrtsgenehmigung für den Schlossberg organisieren und dann zum Annenhof, Equipment einladen und rauf auf den Schlossberg. Der Glockenturm diente uns als Location und Lagerraum. Geschafft! Der Schlossberg war bereit.

Die nächsten Tage sollten anstrengend, aber auch angenehm werden. Zwischen den arbeitsintensiven Drehphasen, wurden wir ausgiebig vom Schlossbergrestaurant verköstigt – dafür ein großes Dankeschön, ohne hätten wir alle nicht überlebt!

Die Highlights waren der Dreh mit den beiden Polizisten, welche von Dominik Warta und Thomas Frank gespielt wurden. Beide, Virtuosen ihres Faches, sorgten nicht nur für beste Unterhaltung am Set, sondern auch für gute Darstellung vor der Kamera. Dann ging es weiter mit Ernst Dieter Suttheimer und Angela Schneider (unsere ersten Nachtdrehs). Dieter und Angela haben sich natürlich voll ins Zeug gelegt. Vor allem bei Angelas Darstellung der Sandlerin Miss, blieb vielen vom Team zunächst mal die Spucke weg.

Inzwischen war die Crew eingespielt und der Ablauf wurde zu Routine. Um 7:00 Uhr Aufbau, Dreh bis 13:00 Uhr, dann Mittagspause und dann wieder Dreh bis ca. 18:00 Uhr. Wirklich anstrengend waren eigentlich nur die beiden Nachtdrehs am Schlossberg, insgesamt 16 Stunden Drehzeit am Stück!

Aber es lag etwas in der Luft. Eine zunehmende Nervosität kam im Team auf. Der Dreh, der wohl schwierigsten Szene des ganzen Films kam näher und näher – die Tatortszene! Am selben Tag sollte auch Reinhard Nowak anwesend sein, da wollte man natürlich einen guten Eindruck machen. Am Abend des Vortages war er dann hier – Reinhard Nowak. Die Befürchtungen, er würde im ewigen Sumpf des Grazer Baustellendschungels versinken und niemals beim Hotel auftauchen, wurden gottseidank nicht wahr. Pünktlich begrüßte man sich vor dem Hotel Erzherzog Johann, indem man den Starkabarettisten einquartiert hatte. Reinhard beeindruckte uns sogleich mit seinem Witz und seiner lockeren Art. Den Abend nutzte man dann noch für ein gemeinsames Essen und man hoffte auf schönes Wetter am D- Day. Am nächsten Tag der Schock! Es regnet! Alles abblasen, oder doch noch abwarten? Der absolut zuverlässige Wetterdienst der Austrocontrol gab an: „Kein Regen zwischen 11 und 14 Uhr“. Und es sollte auf die Sekunde genau stimmen. In drei Stunden die Szene abkurbeln, die für einen ganzen Tag angesetzt war? No Risk no fun. Also rann an die Arbeit. Mit ordentlichem Dampf unterm Hintern wurde die Szene aufgebaut und gleichzeitig mit Reinhard gedreht. Um 12 Uhr war Reinhard bereits im Kasten und das Tatort Set stand. Die Grazer Polizei und das Rote Kreuz hatten uns, dank der Connections unseres Tontechnikers Michel Fiedler, freundlicherweise zwei Dienstfahrzeuge und zwei Rettungswägen, inklusive Polizisten und Sanitäter, zur Verfügung gestellt.

Nun war der Schlossberg quasi abgeriegelt. Ein derart großes Set mit Polizei und Rettung zog natürlich eine Schar von Schaulustigen an, die sich aber diesmal sehr viel disziplinierter verhielten als normalerweise – sehr praktisch, wenn man die echte Polizei am Set hat. Um Punkt 14:00 Uhr begann es wieder zu schütten, aber die Szene war im Kasten und die Produktion um ein paar Nerven weniger. Von Reinhard musste man sich leider schon früher verabschieden – viel zeit blieb uns leider nicht, aber ein großes Dankeschön an Reinhard, der sich extra für uns die Zeit genommen hat, um eine Gastrolle zu übernehmen. Danke Reinhard – war eine tolle Erfahrung für uns alle!

Mit ein wenig Wehmut verließen wir schließlich nach 14 Tagen unser, liebgewonnenes Schlossbergquartier und mussten weiterziehen.

Dreh in the City:

Die nächsten Wochen führten uns wieder durch ganz Graz. Vom Yamamoto, zur Villa von Alfred Wall, dem auch ein großes Dankeschön gebührt, dafür, dass er uns seine Villa für einen Tag geliehen hat, bis hin zur großen Verfolgungszene in der Grazbachgasse. Wieder mit Hilfe der Polizei, brauchten wir vor der Grazer Bestattung, die nächste große Szene in den Kasten, diesmal ließen wir uns aber nicht drei Stunden, sondern drei Tage Zeit.

Kleines Highlight für zwischendurch war der Dreh mit Michael Wanz, dem Sohn von Schwergewichtsringer Otto Wanz und die Drehtage mit Elisabeth Holzmeister die immer wieder die Sonne mit aufs Set brachte :-)

Mit Ende Juli gab es auch den ersten Wechsel im Team. Unsere braven Praktikanten Feli und Simon verließen uns leider, dafür kam Tanja als Ersatz. Grundsätzlich an dieser Stelle mal ein dickes, riesengroßes Lob an unsere Praktikanten – ihr ward die Stütze der ganzen Produktion!

High Noon am Steinberg:

Aber es lag wieder etwas in der Luft und diesmal war das Team noch nervöser. Ein weiterer, äußerst wichtiger Drehtag kam näher und näher. Man erwartete einen besonders wichtigen Schauspieler. Er hatte schon mit Steven Spielberg gedreht und galt als einer der bekanntesten TV und Filmdarsteller des Landes – August Schmölzer!

Alles musste passen für die Schlussszene des Films. Gedreht wurde in der nobel Gegend am Steinberg. Dieter Suttheimer hatte uns freundlicherweise sein Haus dafür zur Verfügung gestellt – eine wirklich tolle Location für den Filmhöhepunkt. Und wieder mal hatten wir uns alle ganz umsonst verrückt gemacht. August Schmölzer stellte sich als absolut freundlicher Mensch heraus . Die zwei Tage, die wir mit ihm hatten, waren wohl die professionellsten der ganzen Dreharbeiten. August verstand es uns allen die Nervosität zu nehmen und David und ich konnten wirklich toll die Rolle mit ihm erarbeiten und es sollten zwei intensive, aber wirklich erfahrungsreiche und gute Drehtage werden. Und Zur Krönung durften wir mit August für die Zeitung posieren. Daher auch ein großes Dankeschön an August – es war uns allen eine Ehre!

Mit dem Höhepunkt des Films, gingen auch unsere Dreharbeiten langsam zu Ende. Zwar folgten noch zwei Wochen, aber jeder spürte das Ende kommen. Ein wenig Wehmut stellte sich dann schon ein, immerhin hatte man 8 Wochen lang viel Spaß gehabt und gemeinsam viel erreicht. Aber auch Erleichterung kam bei mir auf. Wir hatten es geschafft, 8 Wochen Drehzeit erfolgreich über die Bühne zu bringen und dies ohne größere Zwischenfälle.

Nach all dem Stress, dem Schweiß und der Anstrengung, war da vor allem ein Gefühl – Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber der Crew, die tapfer so lange durchgehalten hat und mit mir auf die Bell Canto Reise ging, Dankbarkeit gegenüber allen Schauspielern, vor allem Andreas Hierzer und Adrian Sadler, die immer alles gegeben haben und ein wirklich tolles Filmduo waren, Dankbarkeit gegenüber August Schmölzer und Reinhard Nowak, die sich als Stars bereiterklärt haben, unseren Film zu unterstützen, Dankbarkeit aber auch an Dieter Suttheimer und Angel Schneider, für all die Hilfe und nicht zuletzt auch an Elisabeth Holzmeiser, Thomas Frank und Dominik Warta, für die wirklich tolle Darstellung.

Und natürlich auch Dankbarkeit gegenüber allen Helfern und Gönnern, die so zahlreich sind, dass ich sie gar nicht alle aufzählen kann!

Ich hatte das Gefühl am Ende eines Abenteuers zu stehen. Die ersten Tage nach den Dreharbeiten waren irgendwie ernüchternd. Die ganze Müdigkeit kam auf einmal hoch. Nur noch das Equipment zurück bringen, die letzten Schlüssel wieder abgeben und aufräumen helfen. Das Ende einer zweimonatigen Odyssee, namens Bell Canto!

Stefan Rothbart

 

 
Start
Der Film
Cast und Crew
Making Of
Sponsoren
Presse
Kontakt